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ANFÄNGE
Geza Loso, 1951 in Budapest als linkshändiger Sohn einer
Musikerfamilie geboren und mit dem seltenen Geschenk eines absoluten
Gehörs bedacht, bemängelte bereits während seines Studiums
zum Konzertpianisten und Klavierlehrer am Béla-Bartók-Konservatorium
in Budapest, dass er als Linkshänder mit einer melodieführenden
rechten Hand seiner Musik nicht den Ausdruck verleihen konnte, den
er empfand. |
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In Ermangelung eines Pianos für Linkshänder,
versuchte Geza Loso 1973 erstmals „linksverkehrt“ zu spielen,
indem er ein Holzbrett mit einer linksorientierten Tastatur versah,
die er 1:1 in ihren Maßen befestigte Damit war der Wunsch, nicht
nur „mit links“ zu spielen, sondern auch gleich das Piano
„umzubauen“ geboren. |
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Im Jahre 1975 übersiedelte der Konzertpianist, Klaviervirtuose
und Musikpädagoge Loso schließlich nach Deutschland, wo
er die deutsche Staatsangehörigkeit erwarb. Seit 1980 ist er
als Klavierlehrer bei der Kreismusikschule Trier- Saarburg tätig.
1989 heiratete er die Diplompädagogin Monika Schütt. Aus
der Ehe gingen drei Kinder hervor; Frédéric, Jefferson
und Marylin, allesamt Linkshänder. Sie haben die Rückschulung
erfolgreich absolviert. Seit ca. einem Jahr lernen sie das Klavierspielen
am Linkshänderflügel nach der neuen Notation des Vaters.
Bereits am 09.09.1992 erhielt das Deutsche Patentamt München
ein Schreiben von Herrn Loso, in dem erstmals Flügel, Klaviere
bzw. elektrische Tasteninstrumente, die für Linkshänder
geeignet sind, erwähnt werden. Er schreibt: „Die Musikinstrumente
stellen das Spiegelbild der z.Z. auf dem Markt angebotenen Instrumente
dar. Es wird erstmals begabten Linkshändern die Möglichkeit
geboten, auf dem für sie geeigneten Instrument das Klavierspielen
zu erlernen. Grundsätzlich würde bei Linkshändern bei
diesen neuartigen Instrumenten die rechte Hand begleiten und die geschicktere,
linke Hand würde die Hauptfunktion des Klavierspiels, die Melodie
spielen. Dieses ist sehr entscheidend für eine künstlerische
Interpretation.“
Bereits im Jahre 1992 spielte Geza Loso drei Monate auf der spiegelverkehrten
Tastatur an seinem Keyboard. Ermöglicht wurde ihm das durch die
Anschaffung eine MIDI-Prozessors der EES M3-Serie. Leider war die
Anschlagsdynamik seines damaligen Keyboards ungenügend. |
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Sein Konzertrepertoire reicht von Klassik,
Jazz bis zur U-Musik. Reisen führten ihn u.a. in die USA, nach
Frankreich, England, Italien, Holland, Belgien..., wo er auch immer
wieder seine Ideen bezüglich eines Pianos speziell für Linkshänder
zum Ausdruck brachte. In seinem Anliegen, ein linkshändiges Piano
bauen zu lassen, kam der Musiker jedoch zunächst nicht weiter.
Wohl schien sein Projekt an den Kosten und Schwierigkeiten zu scheitern,
die die Konstruktion eines linkshändigen Flügels verursacht.
Denn die Idee dieser Erfindung besteht nicht einfach darin, die Tastatur
zu spiegeln. Im Gegensatz zum Klavier sind beim modernen Konzertflügel
mehr technische Details zu beachten, angefangen vom Bau der gusseisernen
Platte, dem Herzstück dieser Pianogattung. Im Falle Loso musste
also ein komplett neues Instrument konstruiert und gebaut werden.
1998 erwarb der Musiker dann ein Keyboard der Firma Kawai, das für
Linkshänder konzipiert ist und Geza Loso ermöglichte, eine
dem Flügel sehr ähnliche Anschlagsdynamik links umsetzen
zu können.
UMSETZUNG
2000,dann kam für den unbeirrbaren Linkshänder endlich der
Durchbruch. Die alt-ehrwürdige Firma Blüthner in Leipzig,
deren Inhaber selbst „links-begabt“ sind, nahm sich der
Loso`schen Idee an und baute das Modell: Blüthner Nr.4, den weltweit
ersten modernen Konzertflügel für Linkshänder. 2001
konnte dieser Flügel auf der Frankfurter Musikfachmesse zum ersten
Mal bewundert und betastet werden.
NEUESTE PROJEKTE
Geza Loso hat seinem Flügel nun auch die entsprechenden Noten
verliehen. Denn, so Geza Loso, wer links spielt, liest auch die Noten
besser links. Das Notenbild entspricht der Klaviatur für Linkshänder.
Auf den Tasten des Klaviers ist das Prinzip vertauscht : Die hohen
Töne liegen links, die tiefen rechts. „Mit der neuen Notation
verarbeitet der Kopf rhythmische Signale schneller. Die Richtung der
Fingerbewegung stimmt jetzt mit dem Notenbild überein“,
sagt der Erfinder. Geza Loso’s Schüler lernen problemlos
nach der neuen Notenschrift. Die musizierenden Linkshänder machen
erstaunlich rasche Fortschritte und lernen mit spürbar großer
Freude. Linkshändige Klavierspieler seien nun nicht mehr benachteiligt
und können ihr volles Potential zum Ausdruck bringen, betont
der Erfinder. Er hebt die Bedeutung der Komplexität von linkshändig
angeordneter Tastatur und der neu entwickelten Notation hervor. Angelehnt
an die Entwicklung in der Zahnmedizin, wo es bereits Behandlungsstühle
für linkshändige Zahnärzte gibt, hofft Loso auch auf
eine ähnliche Entwicklung in den Musikschulen. In den Konservatorien
und Musikakademien sollten Konzertflügel für Linkshänder
zur Verfügung stehen. Auch eine Musikschule soll es bald geben.
Ist es doch ein weiterer inniger Wunsch des Musikers und Klavierlehrers,
dass die Jungpianisten mit „stärkerer Linken“ von
vorneherein so spielen können, wie ihnen die Hand gewachsen ist. |
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